Cloud Computing: Eine Wohltat oder ein Übel für die Arbeitnehmer und die Wirtschaft?Inhalt abgleichen

Experte: Dr. Axel Spies

Rechtsanwalt

13.11.2012

Vor dem heute stattfindenden IT-Gipfel der Bundesregierung hat sich der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) aus wirtschaftlicher Sicht zu dem momentan diskutierten Thema Cloud Computing (auch schon hier im Blog) geäußert. Danach soll Cloud Computing bis 2020 bis zu 2,5 Mio. neue Arbeitsplätze auf der ganzen Welt ermöglichen und die Wirtschaft außerdem um 250 Mrd. mehr an Wertschöpfung bereichern, so offenbar die Geschäftsführung.

Und der Datenschutz? Laut dem BDI sei Wirtschaftwachstum auf ein einheitliches Datenschutzniveau im EU-Raum angwiesen. Danach seien die bisher unterschiedlichen Standards „digitale Wachstums- und Innovationsbremsen.“ Daher müsse die Arbeit an der von der EU-Kommission vorgeschlagenen DatenschutzGVO weiter vorangetrieben werden.

Ganz anders wohl dagegen ein Positionspapier von der Gewerkschaft Ver.di, das Spiegel-Online mit folgenden Worten zusammenfasst: „Die Risiken sind gigantisch“ - und zwar im Allgemeinen.  Cloud Computing würde nicht Arbeitsplätze schaffen, sondern - im Gegenteil - ihre „massenhafte Vernichtung“ (so Ver.di) herbeiführen. Zudem würde das Risiko eines Unternehmers auf Einzelne übertragen und Preisdumping gefördert.

Was halten Sie von den genannten Positionen zum Cloud Computing? 

Siehe auch:


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Kommentare:
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13.11.2012

Die "zweieinhalb Millionen Jobs" beziehen sich übrigens nur auf Europa und kommen daher:

http://ec.europa.eu/information_society/activities/cloudcomputing/docs/q...

Es wurde schlicht geschätzt, was das Einsparpotential in Millarden Euro an in Jobs in Millionen bringen könnte. Eine substantiierte Modellrechnung? Fehlanzeige. Wie viele Arbeitsplätze dafür verloren gehen könnten, wurde ebenfalls nicht berücksichtigt. Die Zahl ist genauso seriös wie ein Unternehmer, der seine Einnahmen für seinen Gewinn hält:

Considering only the potential of creation of new jobs, IDC estimates that in the “Policy-driven” scenario cloud-related workers could exceed 3.8 million, against some 1.3 million in the “No Intervention” scenario. However, this does not take into account the jobs that would be lost or the workers displaced by cloud-related reorganization of business processes and productivity increases.

Ebenso wäre möglich, dass die Ersparnisse bzw. Zusatzprofite in der Tasche der Firmenbesitzer landen anstatt auf dem Arbeitsmarkt. Soll ja vorkommen ...

Macht sich aber gut in Pressemitteilungen und anderer Unternehmerpropaganda - und unkritische Blogschreiber verbreiten es willig und ungeprüft.

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Dr. Axel Spies

Rechtsanwalt

15.11.2012

Hier der Link zum BMWi-Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2012   (große Datei - Download kann dauern).

http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/it-gipfel-2012-monitoring-report-digitale-wirtschaft-2012-langfassung,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf 

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M. Schulze

21.11.2012

"cloud" [klaut], Pl.: "clouds" [klaut's], PP.: geklaut

oder anders gesagt, die Cloud ist eine Blase, in der fremde Ideen und Gewohnheiten gesammelt werden, die sich der Cloud-Anbieter zu Nutze machen kann;

s. Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Cloud-Computing:

"Das dritte Grundproblem, dass die Administratoren des Cloud-Anbieters und der Dienste Zugriff auf die Nutzerdaten während der Verarbeitung haben, ist hingegen noch nicht gelöst."

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