Samstagsfahrverbot für LKW im Juli und AugustInhalt abgleichen

Rechtsgebiet: Verkehrsrecht
Experte: Carsten Krumm

Richter am Amtsgericht

30.05.2008

In der Zeit vom 1. Juli bis zum 31. August 2008 ist der schwere Lkw-Verkehr in der Bundesrepublik Deutschland beschränkt, so teilt das Bundesverkehrsministerium mit und bittet um Verständnis für diese Maßnahmen, die im Interesse eines reibungslosen Ferienreiseverkehrs erforderlich sind.

Unter das Verbot fahren Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t sowie Anhänger hinter Lastkraftwagen.

Neben dem ohnehin weitergeltenden Sonn- und Feiertagsfahrverbot wird durch das Ferienfahrbot alle Samstage vom 1. Juli bis 31. August 2008 jeweils von 7.00 - 20.00 Uhr das Fahren der genannten LKW grundsätzlich untersagt.

Natürlich gibt es auch Ausnahmeregelungen, wie man aus oben verlinkter Seite entnehmen kann.

Wie sieht das die Leserschaft: Ist die "Flüssigkeit" des Ferienreiseverkehrs wichtiger als der Warentransport?

Siehe auch:


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Kommentare:
Peter Wutz

31.05.2008

Nur Flüssigkeit? Ich denke auch, dass es eine Frage der Sicherheit ist. Weniger Staus/Behinderungen = weniger Unfälle. Bereits in den letzten Jahren war es ja machbar, trotzdem die Warenversorgung aufrecht zu erhalten, ich denke daher, dass das Samstagsfahrverbot in der Ferienzeit nicht zu kritisieren ist.

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corax

31.05.2008

Es würde die Sicherheit wohl wesentlicher erhöhen Anhänger an KFZ unter 7,5to zls. Gsgw. an den besagten Wochenenden zu verbieten. ;-)

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Carsten Krumm
31.05.2008

zu Herrn Wutz:
Sicherlich geht es auch um die Sicherheit - aber immerhin sind durch das Fahrverbot ja 2 Monate lang die Wochenenden damit nahezu komplett "gesperrt".

zu corax:
Sind Ihre Erfahrungen mit Anhängerfahrern wirklich so schlecht?

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Peter Wutz

31.05.2008

Herr Krumm:

Wie würden Sie denn für das bestehende Sonntagsfahrverbot argumentieren?

-Lärmschutz (für die ruhende Bevölkerung)?
Dann bitte auch Sportwagen und laute Motorräder an Sonntagen verbieten.

- Ruhe für die Fernfahrer?
Na super, 22 Stunden am Rastplatz festhängen, statt noch ein paar Stündchen dranhängen zu können, um dann zu Hause den Sonntag verbringen zu dürfen.

- Umweltbelastung?
Was Sonntags nicht gefahren wird, wird ganz sicher Samstags oder Montags gefahren.

- Höheres Verkehrsaufkommen?
Sonntags gibt es (fast) keine Pendler und keine Außendienstler.

Außerdem gilt das Samstagsfahrverbot nur auf bestimmten Strecken (zumeist Autobahnen). Für wen sich also nicht "mal eben"(wie der Presse zu entnehmen ist) eine Ausnahmegenehmigung beschafft, weil es sich für die kürze der Strecke nicht lohnen würde, der Fährt eben Landstraße.

P. W.

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corax

31.05.2008

Herr Krumm,

mir ging es nur um "die" Fahrer mit Anhängern die gerade an den Wochenenden um die es hier geht zusätzlich unterwegs sein werden, also Leute die ca 2 mal im Jahr, nämlich hin und her mit Wohnwagen, Booten, oder lustigen Gepäckanhängern unterwegs sein werden. Es erweist sich dabei immer wieder, dass
a) der technische Zustand der Anhänger
b) die Art und Menge der Beladung und
c) das fahrerische Können (im Gespann)

der an diesen WE damit Reisenden
aus Sicherheitsaspekten höchst bedenklich ist. ;-)

Es wird zu einer Häufung von VUs mit Anhängerbeteiligung dieser Gruppe in den Ferien geben, das ist vollkommen sicher.

Das sind nicht meine Erfahrungen, das ist die bittere Realität die sich in der Statistik widerspiegelt.

Ändern könnte man das, indem man diesem Personenkreis z.Bsp an bestimmten Tagen die Fernstrassen völlig freiräumt, also für andere Verkehrsteilnehmer sperrt, wenn man das denn will. ;-)

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corax

31.05.2008

Es wird zu einer Häufung von VUs mit Anhängerbeteiligung dieser Gruppe in den Ferien kommen,

oder

Es wird eine Häufung von VUs mit Anhängerbeteiligung dieser Gruppe in den Ferien geben,

sollte das natürlich heißen.

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Carsten Krumm

01.06.2008

zu Herrn Wutz:
Ich will gar nicht irgendwelche Argumente für mich für das Sonntagsfahrverbot finden. Natürlich bin ich auch einer der Autofahrer, die zu Zeiten eines solchen Fahrverbotes auf der Autobahn aufatmen, weil das Fahren einfacher scheint. Für mich zählt eigentlich nur die Ruhe der Fahrer als Argument, wobei ich Ihre Bedenken gut verstehen kann. Das Verbringen von Nächten auf Rastplätzen oder Autohöfen ist sicher alles andere als positiv. Aber: Was wäre die Alternative?

zu corax:
Bin selbst solch ein Gelegenheitsgespannfahrer, Ihre Kritik kann ich gut verstehen. :-)))

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hr.bender

08.07.2008

jetzt mal das ganze aus sicht eines betroffenen lkw fahrers,
es ist sicherlich ein erhebliches potenzial an gespannfahrern mehr unterwegs als an normalen, also nicht ferien wochenenden, aber letztendlich werden durch solche maßnahmen seitens der regierung, die lkw fahrer gezwungen auf freigegebene bundes und landstraßen auszuweichen.
die damen und herren welche solch einen mist aushecken sollten mal selbst die ganze woche unterwegs im lkw sein, bis zu 4000 km fahren und sich jede nacht auf parkplatzsuche zu machen. das einzige was das samstagsfahrverbot für lkw bringt sind also nachteile für die fahrer die am wochenende bei ihrer familie sein wolllen. ferner muss ja laut sozialvorschrift noch eine ruhezeit von 48 stunden eingehalten werden was auf einem autohof recht lange ist.noch dazu wurden vor jahren die spesensätze so drastisch gekürtzt daß es nichtmal mehr fürs frühstück reicht bei der preisentwicklung die wir im moment haben wird es schon bald nicht mal mehr für den kaffee reichen.
noch dazu kommt , daß fahrer die sich wirklich auf einen autohof stellen um ihre gesetzlich vorgeschriebene ruhezeit einzuhalten noch kräftig mit parkgebühren zur kasse gebeten werden da unsere osteuropäischen kollegen die gesamten autobahnparkpltze belegen braucht man da schon gar nicht mehr suchen nach einem geeigneten parkplatz und wenn jetzt jemand sagt dann fahren sie doch in ein industriegebiet gibts zwei gute argumente dagegen, 1. die meisten industriegebiete haben mitlerweil parkverbot und 2. wenn mann seine ruhepase macht will man beziehungsweise muss man ja auch mal zur toilette und die möglichkeit zur körperpflege haben
meiner meinung nach sollte nicht nur das samstagsfahrverbot aufgehoben , sondern noch dazu das sonntagsfahrverbot. begründen kann ich das auch. die fahrer könnten sich ihre wochenarbeitszeit viel besser einteilen. das hei0t zum beispiel nicht sonntag abend 22 uhr losfahren , sondern schon um 16 oder 18 uhr , könnten dann eine schicht fahren und anschließend ihre gesetzlich vorgeschrieben pause von mindestens 9 stunden machen und würden somit nachts schlafen und tags fahren anstatt sonntag auf montag nacht durchzufahren weil sie erst sonntag abend ab 22 uhr fahren dürfen.
seien wir doch mal ehrlich , wer kann sich sonntags mittags wirklich hinlegen und auf kommando 6-8 stunden schlafen um die nacht fit zu sein ????
im extrem fall kommt also ein lkw fahrer mit samstags und sionntagsfahrverbot am samstag spätnachmittag nach hause, legt sich ein paar stunden schlafen weil er stundenlang über irgendwelche bundesstraßen den heimweg geschafft hat. abends ein wenig zeit mit der familie , sonntags dann eventuell ausschlafen und sonntag mittag um 14 uhr wieder ins bett gehen um für die nächste nacht ausgeschlafen zu sein. wer von ihnen würde das denn gerne tun ????
welcher politker setzt sich mal eine woche in den lkw und testet das ???
am schreibtisch sieht alles ganz anders aus als in der realität.
noch dazu um es nicht zu vergessen kommen die umweltaspekte, ein lkw auf der auttobahn hat erheblich weniger schadstoffausstoß als auf der landstraße. noch dazu kommt daß eine direkte autobahnstrecke kürzer ist um von a nach b zu gelangen als eine bundes oder landesstraße die dann wiederum mit diversen sperrungen von ortsdurchfahrten unzähligen ampeln und kreisverkehre und zuletzt noch massenweise verkehrsberuhigende maßnahmen die den lkw immer wieder zwingen unter schwierigsten bedingungen und am leistungslimit zu fahren.
eines ist sicher , trotz lkw fahrverbot will der verbraucher seine ware doch termingerecht. das heißt zum beispiel freitag in hamburg laden , montag in weil am rhein abladen, einmal quer durch deutschland und das dann überwiegend auf landstraßen. das alles wird dann auf dem rücken des fahrers ausgetragen denn wie er es schafft bleibt ihm überlassen.
und nur zum trost ,die bahn schafft das auch nicht für alle die jetzt sagen huckepack klappts.

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Carsten Krumm
08.07.2008

Hallo Herr Bender - vielen Dank für das Statement eines im wahrsten Sinne des Wortes Betroffenen.

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Christian Kruppke

18.07.2008

Herr Bender spricht mir förmlich aus der Seele.
Auf der einen Seite will man den Güterverkehr dezimieren, da dies aber nicht klappt, versucht man es halt mit anderen, doch sehr suspekten Methoden.
LKW-Fahrer erfreuen sich in der heutigen Gesellschaft leider Gottes eines nicht gerade positiven Rufes. Dieser Ruf wird produziert durch Leute, die es sich nicht annähernd vorstellen können, wie man einen 19 Meter langen, über 2,50 Meter breiten und 40 Tonnen schweren LKW zu steuern hat, damit nicht alles in die Hose geht.
Mit Fahrverboten wird garantiert, wenn man an seinem Führerschein hängt, dass Frachten, von Lebensmitteln bis hin zu Fertigbauteilen, nicht termingerecht geliefert werden können.
Sicherlich ist zu verstehen, dass man gerade in der Ferienzeit die Strassen vor Überbelastungen schützen will, aber nicht auf diese Art und Weise, die ist nämlich falsch. Viel mehr sollte man die Fahrer eines Wohnwagengespannes verstärkt kontrollieren, da diese, wie bereits hier erwähnt worden ist, nicht über die ausreichende Praxis im Umgang mit einem solchen Gefährt verfügen, da Sie nur 3 oder 4 mal im Jahr damit fahren. Der technische Zustand ist ebenfalls dabei einzukalkulieren.
In der heutigen Zeit, wo viele einfach schlichtweg vor der Realität erblinden, sollten sich eben diese Damen und Herren mal eine Sache vor Augen führen:

Alle wollen frische Milch, Brot, Waschmittel oder sonstwas haben. Wenn von heute auf morgen die LKW's durch solche Fahrverbote einfach stehenbleiben, ist es nur eine Frage der Zeit, wann die ersten Läden keine frische Ware mehr in den Regalen haben. Letztes Jahr soll die Versorgung gut geklappt haben, das heisst noch lange nicht, dass sich das nicht verschlechtern kann.

Ein kleiner Denksatz für Leute, die in LKW-Fahrern mehr eine Gefahr als Arbeiter sehen:

Vergessen Sie bitte nicht, dass wir auch unserer Arbeit nachgehen, die uns ermöglicht einkaufen zu gehen, Urlaub zu machen und Rechnungen zu bezahlen. Viele von uns sind ausschließlich dafür unterwegs, dass Sie abends ein Schnitzel auf dem Teller haben, oder eine Flasche Bier im Kühlschrank.

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